Mit Quoten für Gerechtigkeit: Populistische Politikpossen und Sexismus-Probleme gegen Männer

Sie stand schon im Koalitionsvertrag und nun ist endlich die Lösung für das Problem gefunden: Die Frauenquote von 30 Prozent in deutschen Aufsichtsräten. Was genau bedeutet das? Börsennotierte, mitbestimmte Unternehmen müssen ab 2016 einen Anteil von 30 Prozent im Aufsichtsrat vorweisen, andernfalls bleiben Plätze leer.

Damit ist die Lösung endlich da… Die Politik kann sich wieder profilieren, vor allem die Männer gönnerhaft sagen, die „bösen“ Männer, die gegen die Quote sind, sollen sich mal nicht so anstellen. Ist natürlich auch schwierig gegen eine Quote zu argumentieren (wobei Herr Kauder nicht argumentiert, sondern sich dämlich verhalten hat, allerdings ist die Verallgemeinerung von Herrn Gabriel auch falsch) bei diesem heiklen Thema, aber ganz ehrlich, wer die Frauenquote für eine gute Sache hält, hat, glaube ich, keine Ahnung davon, wie man Diskriminierung bekämpft, oder was die Politik da gerade treibt. Es geht nur und ausschließlich darum populistische Entscheidungen vorzugaukeln. Genauso wie die Verschärfung des Sexualstrafrechts keinerlei Neuerung darstellte, denn das Vertreiben von Bildern gegen den Willen der abgebildeten Personen war schon immer illegal, ist es ebenso illegal gewesen aufgrund des Geschlechts – oder anderer diskriminierender Gründe – einen Posten nicht zu vergeben.

Lösung wofür?

Nun gut, aber wir haben nun die Frauenquote als Lösung – bleibt die Frage, wofür? Was genau ist denn das Problem? Das Problem ist, dass der Anteil der Frauen in Führungsgremien der genannten Unternehmen unterhalb von 30 Prozent liegt und das obwohl der Anteil der Frauen an der Bevölkerung eben ungefähr 50% beträgt. Also eine riesige Ungerechtigkeit… Oder nicht? Ein geringerer Anteil alleine, ist ja noch kein Problem. Sondern erst, wenn Menschen bestimmte Posten, z.B. aufgrund des Geschlechts, verweigert werden, dann ist es ein Problem (was wie gesagt, schon längst gesetzlich geregelt ist).

Ich habe mal gesucht und gegoogled, nachgeforscht – nirgendwo ist irgendeine Untersuchung darüber zu finden, was der Grund für den geringen Anteil ist. Es wird einfach geschlussfolgert, dass es sich um Diskriminierung handelt und – nach Aussage der Ministerin Manuela Schwesig – haben freiwillig gesteckte Ziele nichts gebracht. Dabei sollte erst einmal geprüft werden, wie hoch der Anteil an Frauen ist, die in Aufsichtsräte wollen, aber nicht ausgewählt werden für eine entsprechende Position und warum dies so ist. Gerade die Vitae von Aufsichtsräten sind in der Regel relativ öffentlich, es sollte also für eine „geprellte“ recht schnell nachweisbar sein, dass sie über die besseren Qualifikationen verfügt und demnach aus anderen, ggf. sexistischen Gründen, den Posten nicht bekommen hat. Ich konnte allerdings auch keine Artikel darüber finden, dass es solche Klagen gegeben hat. Tatsächlich finde ich keinerlei Hinweise darauf, dass in Deutschland weniger Frauen, die dies wünschen (und die entsprechenden Qualifikationen haben), in Aufsichtsräte kommen, als es bei Männern der Fall ist. Wieso liegt der Anteil der Frauen in Aufsichtsräten der 10 größten Dax-Unternehmen dann nur bei ca. 25%? Das weiß ich nicht, mir fehlen auch die Mittel, um eine entsprechende Untersuchung durchzuführen – dies sollte aber ein Ministerium tun, bevor Gesetze gemacht werden, um ein Problem zu lösen, das man gar nicht kennt. Vielleicht ist der Anteil an Frauen, die diese Posten wünschen einfach geringer als bei Männern? Und wenn dies so ist, sollte man fragen warum. Ist das einfach „geschlechtsspezifisch“ oder eine Frage der Erziehung? Ich komme später noch einmal darauf zurück. Ich sage auch nicht, dass Frauen nicht diskriminiert werden oder dass sie keine Lust auf diese Posten haben, ich sage nur, dass es keine entsprechenden Untersuchungen gibt und demnach gar nicht klar ist, was eigentlich das Problem ist. Und eine Lösung für ein Problem, das man nicht kennt, kann kaum eine gute Lösung sein.

Wenn nämlich das Problem ist, dass nicht genug Frauen diese Posten einnehmen wollen, wird die Quote vor allem bewirken, dass demnächst eine Menge Aufsichtsratsplätze frei bleiben (was durchaus die Funktion des Aufsichtsrats einschänkt).

Aber nehmen wir einmal an, die Prämisse, es liegt einzig an der Diskriminierung der Frau, ist richtig – woher kommen dann die 30%? Eine Zahl, die völlig aus der Luft gegriffen ist. Geht man davon aus, dass 50% der Arbeiterschaft Frauen sind, heißt dies, dass 60% dieser Frauen offenbar in Aufsichtsräte wollen und deswegen mit einer Quote unterstützt werden müssen, damit alle, die wollen auch einen Posten bekommen (anteilig gerechnet). Oder sind 30% der Arbeiter Frauen und alle wollen in Aufsichtsräte? Oder sind 30% der Frauen und 70% der Männer generell qualifiziert diesen Job auszuführen? Woher kommen diese 30%?

Das woher kann man also erst einmal nicht beantworten – ich habe eine entsprechende Anfrage an Frau Ministerin Schwesig geschickt und bin mal gespannt, ob ich eine Antwort bekomme. Einzig eine Aussage über Sexismus findet man – 14% der Frauen sehen damit ein Problem, wobei es in erster Linie um sexuelle Belästigung und nicht Diskriminierung aufgrund des Geschlechts geht. Aber vielleicht kann man dann das wohin klarer beantworten.

Wir streben also zu einer Gesellschaft, in der gesetzesmäßg 30% der Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzt sein müssen – und zwar unabhängig davon ob sie das auch wollen und wie hoch der Frauenanteil in der entsprechenden Branche ist. Macht das Sinn?

In einer Branche, wie z.B. Maschinenbau, sind Männer klar überproportional vertreten, kein Wunder es ist nach Betriebswirtschaft der häufigste Berufswunsch bei männlichen Studierenden, bei Frauen taucht er in der Top Ten gar nicht auf. Im Jahre 2010 waren gerade einmal 16% Frauen in Ingenieursberufen tätig, gezielt beim Maschinenbau sieht es noch schlechter aus mit 6,7%. Das bedeutet aber, dass eine Frau in einem Unternehmen, das im Maschinenbau angesiedelt ist, alleine durch Ihr Geschlecht eine vier mal so große Chance hat, wie ein Mann in den Aufsichtsrat zu kommen, bzw. dort repräsentiert zu sein. Das ist dann Chancengleichheit? Oder Gleichberechtigung? Eigentlich nennt man das Diskriminierung, in diesem Fall des Mannes. Andererseits, Branchen die stärkere Frauenanteile haben, bleiben also unterrepräsentiert. So z.B. der Ärzteberuf, wo 40% weiblich sind. Dort bleibt die Quote von 30% erheblich hinter dem tatsächlichen Anteil der Beschäftigten zurück. Trotzdem könnten entsprechende Unternehmen sich damit brüsten die Quote und damit die Vorgaben zur Gleichberechtigung zu erfüllen. Wieso genau ist eine 30%-Quote dann eine gute Maßnahme gegen eine Unterrepräsentierung?

Insgesamt setzen diese Zahlenbeispiele und Schlussfolgerungen voraus, dass anteilig immer gleich viele Frauen und Männer diese Führungspositionen erreichen wollen. Alleine diese Annahme könnte man eigentlich schon als Abwertung betrachten von Personen, die solche Posten nicht wünschen – „Ein richtiger Mann will auch eine Führungsposition“, „Du willst doch nicht als schwache Frau gelten, wieso willst Du dann keine Führungsposition“. Es wird suggeriert, dass jeder, der nicht „Karriere“ machen will, weniger ist. Dabei dürften die Gründe für „Karriere“ verschieden sein – einige wünschen sich vielleicht Gestaltungsfreiräume, andere sind von Geltungssuchts getrieben. Aber welche Position macht denn einen Menschen schlechter oder besser? Und vielleicht haben Männer und Frauen tendenziell unterschiedliche Ziele im Beruf? Ich weiß nicht, ob das so ist, aber ich finde auch keine Informationen darüber, dass dem nicht so wäre – auch diese Frage sollte geklärt sein, bevor man Lösungen erfindet.

Gleichzeitig finde ich die Einführung einer Geschlechterquote gerade für die Frauen als nachteilig. Die Botschaft ist im Grunde: Frauen schaffen es nicht selbst, sie brauchen Hilfe vom Gesetzgeber. Der Begriff der „Quotenfrau“, gerade in Branchen wo die 30% eine Überrepräsentation darstellen, dürfte dann eine häufige Folge sein. Und dies ist auch eine fragwürdige Botschaft an junge Menschen – Frauen können „es“ alleine nicht schaffen, sie brauchen ein Gesetz, das ihnen hilft.

Diskriminierung nur gegen Frauen?

Damit hat man also dem Kampf gegen Sexismus einen Bärendienst erwiesen. Aber dafür kann man sich profilieren und der Kampf gegen die bösen Männer wird ja gerne genutzt, um eben dies zu tun. Dabei wird allerdings auch gerne übersehen, dass Sexismus absolut kein Frauenproblem ist – durchaus sogar von einigen mitunter genutzt wird (führe ich später aus) – und im Grunde alleine der Begriff des „Feminismus“es der Idee einer „Gleichberechtigung“ zuwiderläuft. In dem ich Vorteile für jemanden erkämpfe, bekomme ich keine Gleichberechtigung. Das fängt dabei an, dass wir eine Ministerin für Frauen haben, Frau Schwesig, aber keine für Männer. Warum? Wie wäre es mit einem Ministerium für Gleichberechtigung – und zwar nicht nur bezogen auf Geschlechter oder Herkunft, sondern ganz allgemein? Diskriminierung ist immer menschenverachtend, egal ob es wegen des Geschlechts ist, der Herkunft, des sozialen Stands oder der Tatsache, dass ein Kind keine Markenschuhe sondern die Angebotslatschen eines Discounters trägt. Jeder, der meint, dies sei nicht schlimm, oder „normal“, soll bitte einmal ehrlich für sich die Frage beantworten, wenn ein Ministerium für Männer eingerichtet würde, wie die Reaktion darauf wäre.

In meiner Erfahrung ist allerdings gerade das Ungleichgewicht an tatsächlicher Benachteiligung, der Wahrnehmung davon und Bevorzugung beim Sexismus am größten. Wieso? Das fängt mit Kleinigkeiten an, z.B. der Tatsache, dass Warmduscher eine völlig legitime Betitellung ist – dabei ist sie sexistisch. Abgesehen davon, dass sie ausschließlich in männlicher Form existiert, suggeriert die Tatsache, dass man warm duscht, Weichheit. Ein richtiger Kerl hält es aus, kalt zu duschen (ich liebe es übrigens sehr heiß zu duschen! :P) . Klar ist das eine Kleinigkeit, aber einfache grammatikalische Kleinigkeiten haben dazu geführt, dass es nun Wortdarstellungen wie „MitarbeiterInnen“ gibt. Die Steigerung von Warmduscher ist nebenbei „Schlappschwanz“ – ein Wort, dass sogar im Duden steht und eindeutig sexistisch ist.

Weniger Kleinigkeiten, als ernsthafte Fragwürdigkeiten: Das Bundesverfassungsgericht hat 1987 geurteilt, dass  die Tatsache, dass Frauen eher abschlagsfrei in Rente gehen können, keine Diskriminierung von Männern ist, weil Frauen die Doppelbelastung des Haushalts zu tragen haben (pikant: das alleine ist auch eine Diskriminierung, denn dies ist zwangsläufig eine Verallgemeinerung, was war mit Männern, die alleinerziehend sind und auf jeden Fall auch den Haushalt führen? Oder generell Männern, die keine Frau hatten?). Haushaltsführung machte damals 5 Jahre Erleichterung aus. Spannend daran ist, dass Männer noch heute eine Lebenserwartung haben, die mehr als 5 Jahre kürzer ist, nämlich 77,3 versus 82,5 Jahren. Einer Umfrage von Elitepartner zufolge, die ich kürzlich bei einer Ausstellung gesehen habe, liegt die Hauptverantwortung für den Haushalt aber keinesfalls in überwiegender Mehrheit bei der Frau – sondern zu 49,3 Prozent bei ihr, wenn man die Antworten von Männern und Frauen mittelt. Bei 44,4% der Fällen – wieder gemittelt – wird die Hauptverantwortung geteilt. Trotzdem hat sich am Rentenalter nichts geändert. Zuzugestehen sei hier, dass unklar ist, was zum Haushalt gehört und was nicht. Ist Rasenmähen Hausarbeit? Kistenschleppen? Dinge in die Wand bohren? Zumindest einem Klischee folgend wären dies eher „Männerarbeiten“. Das Missverhältnis zwischen den gegebenen Antworten, bzgl. Männern und Frauen, kommt vielleicht dadurch zustande, dass einmalige „schwere“ Arbeiten nicht von jedem als „Hausarbeit“ gesehen wird. Aber dies ist eine Vermutung.

Umfrage zur Hausarbeit
Umfrage zur Hausarbeit

Ein weiteres Beispiel: In der Journalie hat das Verhalten von Herrn Brüderle gegenüber einer Journalistin – zurecht – Aufsehen erregt. Interessant ist aber, wie darüber berichtet wird. Herr Brüderle hat gegenüber einer Journalistin anzügliche Bemerkungen gemacht, dennoch schreibt das Blatt:

„Auch heute noch werden Frauen am Arbeitsplatz sexuell belästigt – obwohl sie einfach nur ihren Job machen und Männern auf Augenhöhe begegnen wollen.

Jüngstes Beispiel: Die „stern“-Journalistin Laura Himmelreich schreibt über einen Vorfall mit FDP-Bundestagsfraktions-Vorsitzenden Rainer Brüderle, den sie eigentlich nur zu einem Hintergrundgespräch treffen wollte.“ (Quelle: Brigitte.de)

Das ist nichts anderes als eine Verallgemeinerung und Verunglimpfung von Männern. Man stelle sich vor, man hätte einen entsprechenden Satz über „Ausländer“ veröffentlicht, weil ein „Ausländer“ z.B. etwas gestohlen hat. Dies wäre zurecht als rassistisch eingestuft worden.

Noch ein Beispiel wäre die Tatsache, dass die – inzwischen ausgesetzte, aber nicht abgeschaffte – Wehrpflicht ausschließlich für Männer gilt. In gewissen Dingen wird durch den Gesetzgeber also zugebilligt, dass Frauen und Männer unterschiedlich sind. Dass sich dies auch z.B. in unterschiedlichen Karrierewünschen äußert, ist offenbar niemanden in dem Sinn gekommen, daher wurde dies auch nicht untersucht, sondern eine Pauschalquote eingeführt.

Und es geht weiter: Z.B. gibt es bei meinem Arbeitgeber – und das ist bei vielen so – eine Abteilung für Gleichstellung. Allerdings sind alle Angehörige dieser Abteilung Frauen. Das finde ich schade. Man stelle sich ein Forum für Integration ohne Menschen mit Migrationshintergrund vor. Wie kann man glauben, gleichstellende Lösungen zu erreichen, wenn ein Geschlecht gar nicht vertreten ist? Wieso gibt es da keine Quoten? Es gibt auch Vertrauenspersonen, die Ansprechpartner für Fälle von sexueller Belästigung sein sollen. Ebenfalls ausschließlich Frauen und das obwohl, wie erwähnt, die große Mehrheit der Beschäftigten Männer sind. Und das ebenfalls, obwohl ich sowohl am Arbeitsplatz als auch so, schon mit sexueller Belästigung konfrontiert wurde, inklusive Betatschen.

Auch dafür ein Beispiel? Als ich neu in Bremen war, habe ich in der Nähe eines Schwimmbads gewohnt und bin einmal wöchentlich schwimmen gegangen. Dabei war es völlig üblich – bei Aufforderung aus hygienischen Gründen unbekleidet zu duschen – dass weibliche Mitarbeiterinnen, teils unter scheinbar fadenscheinigen Begründungen, die Duschen während des Betriebs betraten und mich unverholen anstarrten. Auf meine Frage, ob das normal sei, wurde nur gesagt, ich solle mich mal nicht so haben. Man stelle sich mal vor, dies wäre ein männlicher Mitarbeiter in der Damendusche gewesen.

Weiter geht das mit Förderprogrammen für Frauen, sei es in der Wissenschaft oder im Handwerk – man stelle sich vor, jemand würde ein Förderprogramm ausschließlich für männliche Nutznießer einrichten. Da wäre der Aufschrei aber groß. Wie Förderprogramme für Frauen eine Gleichstellung bewirken sollen, ist mir auch nicht klar. Wer meint geschlechtsspezifische Förderung bewirke Gleichstellung, denkt sicherlich auch, dass Ghettos Integration fördern. Nun, tun sie nicht. Gemeinsames Forschen, gemeinsames Arbeiten das baut Vorurteile ab und somit Diskriminierung.

Interessant ist auch, dass Frau Schwarzer – „die“ Steuerhinterzieherin Feministin überhaupt – öffentlich zur Verstümmelung von Männern aufrufen darf und trotzdem gesellschaftsfähig bleibt. Wäre das bei einem Mann, der zur Verstümmellung von Frauen aufruft, auch so? Ich wage dies zu bezweifeln.

Kommen wir zu dem Punkt, den ich zuvor erwähnte, bzgl. Ausnutzung des Wahrnehmungsklimas. Der prominenteste Fall ist sicherlich der von Heidi K., die zu unrecht ihren Kollegen Horst Arnold, der Vergewaltigung beschuldigte, welcher daraufhin zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt wurde und lange um Rehabilitierung kämpfen musste. Erschütternd ist dabei, dass die Verurteilung aufgrund von einer sehr fragwürdigen und widersprüchlichen Aussage erfolgte, Beweise gab es keine, selbst die Staatsanwaltschaft forderte seinerzeit den Freispruch. Ähnlich erging es Ralf Witte, welcher zu unrecht zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt wurde, weil er angeblich ein junges Mädchen vergewaltigt hatte. Fünf Jahre später wurde er unschuldig entlassen – die Tat hatte nie stattgefunden. Herr Kachelmann kam glimpflicher davon, Herr Mollath landete nicht im Gefängnis, dafür in der Psychiatrie.

Zumindest prominent in der Presse gibt es keinen Fall mit umgekehrter Geschlechterverteilung – vielleicht einfach, weil ein Wahrnehmungsklima herrscht, was Männer vorverurteilt? Wäre das nicht Diskriminierung?

Und die Presse und Menschenrechtsorganisationen schüren daran kräftig mit, derart, dass man schon fast von Demagogentum reden muss. Hier heißt es: Jede dritte Frau (ab 14 Jahren) war Opfer von Gewalt in der EU. Ließt man den Artikel, dann fällt einem auf, dass da allerdings wenig zu den Hintergründen steht. Welche Auswirkungen hatte die Gewalt (Ohrfeige vs. Krankenhausaufenthalt) und von wem ging sie aus (Fremde, Freunde, Männer, Frauen)? Die Schlussfolgerungen des Studienleiters sind dilletantisch und geradezu erschreckend unwissenschaftlich. Er stellt das Problem so dar, dass Männer die Quelle der Gewalt seien und einzig für Frauen ein Gewaltproblem herrscht, dass angegangen werden muss. Nur seine Studie lässt solche Schlussfolgerungen gar nicht zu – denn es fehlt der Vergleich zu Männern und relevante Informationen, wie z.B. die Quelle der Gewalt und welche Stärke (zwecks Vergleichbarkeit, denn was als Gewalt qualifiziert, kann von Land zu Land unterschiedlich gewertet werden). Aber das Bild wird gemalt, dass ein Drittel der Frauen von Männern brutal unterdrückt wird. Erschreckend. Sucht man eine vergleichbare Studie bzgl. Gewalt gegen Männer, wird man auf EU-Ebene nicht fündig, in Deutschland gibt es nur ein kleines Pilotprojekt, das allerdings nicht vollständig repräsentativ ist, weil zu wenige Teilnehmer darin involviert waren, nämlich 266 (18 – 35 Jahre). Dennoch waren von diesen 266 Männern fast doppelt so viele Opfer von Gewalt, nämlich 60% und das obwohl die Altersgruppe erheblich kleiner ist (da Prügel früher noch als Erziehungsmaßnahme galt, dürfte der Anteil bei älteren Menschen noch viel höher sein). Das passt ja aber nicht zum Bild der unterdrückten Frau, dass Männer ein doppelt so hohes Risiko haben, Opfer von Gewalt zu werden. Also werden dazu erst keine groß angelegten Studien gemacht – es geht gar nicht um Problemlösung, sondern nur um Populismus. Und Gewalt gegen Männer ist offenbar weniger schlimm als gegen Frauen. Wir haben kein Problem von Gewalt gegen Frauen – wir haben ein Problem von Gewalt. Ganz allgemein, wenn offenbar ca. 50% der Bevölkerung Opfer von Gewalt wurden.

Wie würde man es bewerten, wenn man eine Studie veröffentlichen würde, in der es hieße: „Ein Drittel aller Deutschen Opfer von Gewalt“ und gleichzeitig suggerriert, sie ginge ausschließlich von Migranten aus? Ich glaube – und hoffe – die Reaktion wäre sehr negativ. Wieso ist es in diesem Fall legitim, obwohl methodisch und gesellschaftlich völlig falsch?

Ein übliches Argument für die Diskriminierung von Frauen ist der Lohnunterschied – allerdings wird auch hier gerne nur die halbe Wahrheit gezeigt. Frauen haben im Schnitt ein geringeres Gehalt, aber die Gründe dafür sind nicht klar untersucht. Ein Grund ist, dass Frauen seltener Führungsrollen haben, man kann da regelrecht einen Trend sehen. Bei Hochschulabschlüssen liegt der Anteil von Frauen bei 50%, bei Promotionen nur bei 45% und mit höheren „Weihen“ nimmt er weiter ab – warum? Diese Antwort bleibt aus. Allerdings ist da natürlich erkennbar, dass offenbar ein Problem bei Qualifikationen besteht und nicht bei der grundsätzlichen Entlohnung. Wieso streben wenige Frauen eine Habilitation an?`Ich kenne auch keinen Tarifvertrag wo die Entlohnung nach Geschlecht unterschieden wird. Zwar gibt es auch außertarifliche Entlohnung, aber da ist jeder seines eigenen Schicksals Schmied und auch Männer verhandeln unterschiedlich hart. Wie man der zuvor genannten Top Ten entnehmen kann, wählen Frauen tendenziell auch eher Berufe, die sich nicht für eine Karriere in der freien Wirtschaft eignen, sondern in Branchen wo es weniger Geld gibt. Anglistin, Germanistin, Biologin, Pädagogin sind alles keine Berufe, um viel Geld zu verdienen.

Was tun? sprach Hera

Ich habe nichts gegen Feminismus, allerdings halte ich ihn für fehlgeleitet, wenn er Bevorteilungen beinhaltet, statt Gleichberechtigung und dies gilt auch für Rechtevertreter von Minderheiten. In meinen Augen sollte es einen breiten Kampf gegen Diskriminierung und Unmenschlichkeit geben und für Akzeptanz aller Menschen, statt sich einzelne, vermeintliche „Opfer“ herauszusuchen. Und wenn man Maßnahmen ergreift, dann sollten sie gefußt auf wirklichen Erkenntnissen sein und keine „Ratepartie“ für Quotenregelungen. Denn bringen tut das rein gar nichts, außer einer Pressemitteilung.

Ich bin nicht der Meinung, dass es keine Diskriminierung von Frauen gibt, aber um passende Lösungen zu liefern, muss man das Problem genau erfassen. Jemanden einen Job nicht zu geben, weil das Geschlecht nicht „stimmt“, ist schon lange strafbar und verfassungswidrig – dazu braucht es keine Quote. Diskriminierung ist allerdings auch keinesfalls ein Problem einzig von Frauen, sondern breit in der Gesellschaft verankert. Das sollte man angehen. Egal ob man es Rassimus, Sexismus, Homophobie oder einfach nur Mobbing nennt. Gründe dafür sind Vorurteile und das Kaschieren von eigenen Unzulänglichkeiten und Ängsten.

Wie kann man also eine Lösung für eine Unterrepräsentierung erreichen, die weniger pauschal ist? So wie ich das sehe, geht das nur graduierlich, dafür aber nachhaltig und effektiv. Frauen und Männer müssen wegkommen von „Rollenzwängen“. Nicht wenige dieser Zwänge entstehen durch Mangel an Informationen oder durch Vorleben. Der Auslöser für diesen Artikel war ein Bild, das ich im Internet gesehen habe, das eigentlich nur am Rande etwas mit der Frauenquote zu tun hat, aber sehr schön Ihre Sinnlosigkeit aufzeigt.

Rollen in der Gesellschaft
Rollen in der Gesellschaft – in die Wiege gelegt? Werbung für Kinderbettwäsche

Es ging um Kinderbettwäsche, bzw. Werbung dafür. Wer jetzt denkt, ist doch alles in Ordnung mit dem Bild, bestätigt nur meine Meinung. Mit diesem Bild ist nichts in Ordnung: Jungs werden Astronauten und Mädchen sind Prinzessinnen? Und wir wundern uns, warum so wenig Mädchen Führungsrollen haben (wollen?) oder technische Berufe bekleiden? In der selben Anzeige wurde noch anderes Spielzeug beworben – Pferde für Mädchen, Modellhubschrauber für Jungs. Jungs posieren als Zauberer, Mädchen als Engel. Warum? Da ist das Problem: Kinder werden von Anfang an mit diesen Klischees konfrontiert und Eltern natürlich ebenso. Wieso ist auf diesem Bild kein Mädchen in dem Astronautenanzug? Wieso in der Anzeige kein Junge mit einem Spielzeugpferd? Wie wäre es mit Quoten dafür? Eine Quote einzuführen, egal für welchen Beruf, aber solche Klischees weiterzuzulassen und zu akzeptieren, ist nichts anderes als Heuchelei – oder vielleicht Dummheit. In keinem Fall ist es schmeichelhaft.

Also wie müsste man konkret vorgehen?  Man muss wegkommen von Klischees und Rollen. Nun kann man Werbung nur schwer vorschreiben, denn die Händler wollen natürlich die dominanten Kundengruppen ansprechen und in unserer Gesellschaft sind das für Hubschrauber nun einmal eher Jungen. Aber man kann trotzdem etwas tun. Beispielsweise kann man vorschreiben, dass jede Schülerin und jeder Schüler mindestens ein Praktikum in einem technischen Beruf machen muss und eines in einem nicht-technischen (oder ggf. andere Domänen, die man identifiziert), wie z.B. Kindergärtner, Altenpfleger, etc. Dabei geht es nicht darum, „Zwänge“ auszuüben oder eine Planwirtschaft einzurichten, sondern einfach die Informationsvielfalt und Wahrnehmung zu erweitern. Berufe werden generell immer vielfältiger und vielseitiger, es ist wichtig, so viele Informationen wie möglich zu haben, um eine Entscheidung zu treffen und die sollte ggf. aus Interesse heraus gemacht werden und nicht daraus, welche Informationen ich habe und nicht habe. Kinder von IngenieurInnen werden sicherlich nicht zuletzt deswegen technische Berufe ergreifen, weil das etwas ist, womit sie bereits konfrontiert sind und Erfahrungen haben – und sei es nur von den Erzählungen der Eltern. Dass man auch GartenbauspezialistIn werden kann, wissen sie vielleicht gar nicht, erst recht nicht, wenn die Eltern keinen Garten besitzen – dabei merken sie vielleicht nicht, dass sie eigentlich ein Talent für Pflanzen haben. Neben Praktika sollte die Informationsvielfalt an der Schule, in Jugendgruppen und zu Hause einfach erhöht werden, um sicherzustellen, dass alle notwendigen Informationen da sind, um sich iinformiert für ein Interessengebiet zu entscheiden und nicht aus Mangel an Optionen, bzw. aus entsprechenden Vorgaben heraus.

Gleichzeitig sollte natürlich keine Abwertung von Personen erfolgen, die sich bewusst für eine „Rolle“ entscheiden, weil es ihnen vielleicht liegt. Eine Bewertung von Erfolg oder Gleichberechtigung sollte auch nicht daran gemessen werden, wer wieviel verdient, sondern vielleicht daran, wie glücklich jemand mit seinem Beruf ist.

Spannend wäre es einmal eine Untersuchung zu machen, wieviele Menschen ihr Berufsfeld gewählt haben, weil sie es wollten, oder weil sie damit fremden Erwartungen gerecht werden wollten.

Ich jedenfalls möchte in einer Gesellschaft leben, in der meine Tochter Astronautin werden will und dies keine Verwunderung hervorruft und mein Sohn Ballettänzer und deswegen nicht belächelt wird. Ich möchte gerne in einer Welt leben in der sicher niemand diskriminiert wird und nicht in der man Quoten einführt, um Probleme zu beheben, von denen man gar nicht weiß, ob sie existieren.

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2 Gedanken zu “Mit Quoten für Gerechtigkeit: Populistische Politikpossen und Sexismus-Probleme gegen Männer

  1. Das ist nicht nur sehr logisch, es entspricht genau meinen Erfahrungen.
    Man kann überhaupt nicht durch Verordnungen solche geschichtlich begründete Zustände ändern, denn noch immer gilt: Das Sein bestimmt das Bewußtsein, nicht umgekehrt. Gerhard

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